Gott im Chaos

Predigt zum 1. Adv. C 2015 1 Thess.3.12-4.2. Lk.21.25 – 28, 34-36.

Bernd Knüfer SJ, Floßplatz 32, 04107 Leipzig, 42 25 007

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Wenn Sie sich von den zeitbedingten Bildern und Ausdrucksweisen der Endzeitreden in den Evangelien ein wenig lösen, dann wird es Ihnen nicht schwer fallen zu entdecken, dass hier nicht nur vom Untergang der Welt am Ende aller Zeit die Rede ist, sondern von jeglichem Chaos und Untergang, die uns auf dieser Erde immer wieder treffen. Die Zuhörer Jesu haben solch schrecklichen Untergang bei der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 erlebt, ein Ereignis das die Ausgestaltung der Gerichtsreden in den Evangelien nachhaltig beeinflusst hat. Von da an haben die Menschen immer wieder Kriege, Naturkatastrophen, Hunger und Seuchen erlebt, aber auch persönliche Zusammenbrüche, wie Krankheit und Tod, geschäftlichen Ruin und persönliches Scheitern. Von all dem ist hier die Rede und nicht nur von einem fernen Weltende. Und die Botschaft der Bibel zu diesen schlimmen Ereignissen lautet: Das ist nicht das Letzte; am Ende von allem steht immer Gottes Sieg, der Sieg der Liebe, des Lebens, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Und dieses gute Ende aller menschlichen Geschichte, der privaten wie der großen Weltgeschichte, ist Gottes Werk – wir müssen es nicht machen. Was in Christi Auferstehung deutlich geworden ist, gilt immer: Es ist Gottes Wesen, dass die Liebe stärker ist, als der Tod.

Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Wenn Sie sich von den zeitbedingten Bildern und Ausdrucksweisen der Endzeitreden in den Evangelien ein wenig lösen, dann wird es Ihnen nicht schwer fallen zu entdecken, dass hier nicht nur vom Untergang der Welt am Ende aller Zeit die Rede ist, sondern von jeglichem Chaos und Untergang, die uns auf dieser Erde immer wieder treffen. Die Zuhörer Jesu haben solch schrecklichen Untergang bei der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 erlebt, ein Ereignis das die Ausgestaltung der Gerichtsreden in den Evangelien nachhaltig beeinflusst hat. Von da an haben die Menschen immer wieder Kriege, Naturkatastrophen, Hunger und Seuchen erlebt, aber auch persönliche Zusammenbrüche, wie Krankheit und Tod, geschäftlichen Ruin und persönliches Scheitern. Von all dem ist hier die Rede und nicht nur von einem fernen Weltende. Und die Botschaft der Bibel zu diesen schlimmen Ereignissen lautet: Das ist nicht das Letzte; am Ende von allem steht immer Gottes Sieg, der Sieg der Liebe, des Lebens, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Und dieses gute Ende aller menschlichen Geschichte, der privaten wie der großen Weltgeschichte, ist Gottes Werk – wir müssen es nicht machen. Was in Christi Auferstehung deutlich geworden ist, gilt immer: Es ist Gottes Wesen, dass die Liebe stärker ist, als der Tod.

Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Wenn Sie sich von den zeitbedingten Bildern und Ausdrucksweisen der Endzeitreden in den Evangelien ein wenig lösen, dann wird es Ihnen nicht schwer fallen zu entdecken, dass hier nicht nur vom Untergang der Welt am Ende aller Zeit die Rede ist, sondern von jeglichem Chaos und Untergang, die uns auf dieser Erde immer wieder treffen. Die Zuhörer Jesu haben solch schrecklichen Untergang bei der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 erlebt, ein Ereignis das die Ausgestaltung der Gerichtsreden in den Evangelien nachhaltig beeinflusst hat. Von da an haben die Menschen immer wieder Kriege, Naturkatastrophen, Hunger und Seuchen erlebt, aber auch persönliche Zusammenbrüche, wie Krankheit und Tod, geschäftlichen Ruin und persönliches Scheitern. Von all dem ist hier die Rede und nicht nur von einem fernen Weltende. Und die Botschaft der Bibel zu diesen schlimmen Ereignissen lautet: Das ist nicht das Letzte; am Ende von allem steht immer Gottes Sieg, der Sieg der Liebe, des Lebens, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Und dieses gute Ende aller menschlichen Geschichte, der privaten wie der großen Weltgeschichte, ist Gottes Werk – wir müssen es nicht machen. Was in Christi Auferstehung deutlich geworden ist, gilt immer: Es ist Gottes Wesen, dass die Liebe stärker ist, als der Tod.

Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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Wenn Sie sich von den zeitbedingten Bildern und Ausdrucksweisen der Endzeitreden in den Evangelien ein wenig lösen, dann wird es Ihnen nicht schwer fallen zu entdecken, dass hier nicht nur vom Untergang der Welt am Ende aller Zeit die Rede ist, sondern von jeglichem Chaos und Untergang, die uns auf dieser Erde immer wieder treffen. Die Zuhörer Jesu haben solch schrecklichen Untergang bei der Zerstörung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 erlebt, ein Ereignis das die Ausgestaltung der Gerichtsreden in den Evangelien nachhaltig beeinflusst hat. Von da an haben die Menschen immer wieder Kriege, Naturkatastrophen, Hunger und Seuchen erlebt, aber auch persönliche Zusammenbrüche, wie Krankheit und Tod, geschäftlichen Ruin und persönliches Scheitern. Von all dem ist hier die Rede und nicht nur von einem fernen Weltende. Und die Botschaft der Bibel zu diesen schlimmen Ereignissen lautet: Das ist nicht das Letzte; am Ende von allem steht immer Gottes Sieg, der Sieg der Liebe, des Lebens, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Und dieses gute Ende aller menschlichen Geschichte, der privaten wie der großen Weltgeschichte, ist Gottes Werk – wir müssen es nicht machen. Was in Christi Auferstehung deutlich geworden ist, gilt immer: Es ist Gottes Wesen, dass die Liebe stärker ist, als der Tod.

Unsere Aufgabe ist es nur, Gott an uns und durch uns wirken zu lassen, damit wir seine Ankunft nicht versäumen, nicht verschlafen. Wir sollen auf Gottes Impulse in unserem Gewissen, auf Gottes Kraft in unserem Herzen achten, dann haben wir auch teil an dem Sieg der Gerechtigkeit, für den er steht.


Jesus weiß, dass diese Wachsamkeit gefährdet ist. Es war damals wie heute: „Rausch und Sorgen des Alltags“, sich zu Tode arbeiten und dann die Frustration in Süchten aller Art zu kompensieren, das war schon immer eine Versuchung. So versäumen wir das eigentliche Leben, das Gott anbietet.  Aber Jesus mahnt uns in schweren Zeiten nicht nur zur Wachsamkeit. Er sagt: Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht, gerade dann hebt euer Haupt, denn euere Erlösung ist nahe.

Das ist eine Botschaft, die wir  nicht so leicht annehmen, denn dann dürfen wir janicht mehr jammern. Auf seinem Kreuzweg sagt Jesus zu den weinenden Frauen: Weint nicht über mich, sondern über euch und über die begangenen Sünden. Wenn solche Tränen dann ehrlich sind, dann heißt das,dass wir uns ändern, dass wir uns aufmachen auf Gottes Willen zu hören und dass wir schwere Zeiten und Schicksalsschläge als Impuls zu Erneuerung verstehen. Wie oft muss uns etwas Unwesentliches, an dem wir hängen, weggenommen werden, damit wir erkennen was wirklich wichtig ist für uns: Eine Beziehung muss zerbrechen, bevor einer merkt, dass sie - so geführt - nur ins Unglück führen konnte; ein Berufsweg muss scheitern, damit einer erkennt, dass das für ihn nichts war; ein Besitz muss uns genommen werden, damit wir uns ihm nicht länger versklaven; vielleicht muss die Kirche in unserem Land noch viel mehr zusammenschrumpfen, damit sie die erforderliche Erneuerung angeht. Viele Menschen müssen erst krank werden, damit sie lernen, was wirklich zählt im Leben, und es scheint, dass es noch viel mehr Naturkatastrophen geben muss, bevor wir die Umwelt nachhaltig schützen, und dass es noch mehr Kriege und Flüchtlinge geben muss, bevor wir bereit sind, auf dieser Erde für Gerechtigkeit zu sorgen. Gerade in diesen Tagen wird wieder zuerst nach einer militärischen Antwort auf die Terrorakte in Frankreich gerufen. Vielleicht ist sie notwendig. Aber warum reden wir nicht schon längst von Gerechtigkeit auf dieser Erde? Auch – nicht nur - aus der sozialen Benachteiligung in den Ausländervierteln in Paris und Brüssel fließt der Hass auf die abendländische Gesellschaft. Der Ruf der roten Armeefraktion der 70er Jahre „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ findet eine Wiederauflage im Terror der islamistischen Europäer. Und es lässt sich aufzeigen, dass das  weltweite Armut-Reichtums-Gefälle eine wesentliche – nicht die einzige -  Quelle des sogenannten islamischen Staates ist. Auch würde ein Bruchteil der Kosten der Militäreinsätze genügen, um die Vereinten Nationen in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge in den Lagern nahe ihrer Heimat zu ernähren und medizinisch zu versorgen. Da wäre der Zuzug der Flüchtlinge schnell geringer. Aber dafür ist kein Geld da.

Immer dann, wenn wir über die Härten und das Scheitern im Leben klagen, müssen wir uns zu fragen, was uns die momentane Situation zu sagen hat, welchen Schritt zum Leben Gott uns führen will. Oft müssen uns unsere liebgewonnenen Lebenslügen zerschlagen werden, damit wir zur Wahrheit finden.

Für das Leben, das Gott uns anbietet, offen zu sein, das ist Wachsamkeit. Das heißt “beten”. Beten ist da nicht zuerst das Klagen und Bitten vor Gott, sondern das Lauschen und  Fragen: Was hat mir die Situation jetzt zu sagen?

Die Frage lohnt sich, denn wir haben dieVerheißung, dass Christus uns gerade dann nahe ist, wenn das Leben schwer wird. Er ist uns dann nahe in doppelter Weise:

Er begegnet uns in denen, die am schwersten unter dem Chaos unserer Zeit zu leiden haben, ob es nun Terroropfer sind oder Flüchtlinge oder die, von denen der Papst sagt, sie seien die Weggeworfenen der Gesellschaft.

Gott ist uns aber auch nahe, indem er uns die Kraft schenkt in schweren Zeit zu vertrauen, dass seine Verheißung steht: Wer Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit nicht verrät, der gehört zu den Gesegneten seines Vaters, auf die grenzenloses Leben wartet.

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